Stadtpfarrkirche St. Moritz

Auftraggeber
Moritzkirche, Augsburg
www.moritzkirche.de

Designer
John Pawson, London
www.johnpawson.com

Lichtplanung
Mindseye Lighting, London
www.mindseye3d.com

Auszeichnungen

Video

Klare Linien, kontrastreiche Formen und die Reduktion auf das Wesentliche, sowie ausgefeilte Lichttechnik sorgen für einen atemberaubenden Eindruck und eine besonders fühlbare Spiritualität im neu gestalteten Kirchenraum der Moritzkirche, Augsburg.

Das neu gestaltete Kirchengebäude der Stadtpfarrkirche St. Moritz (Moritzkirche) befindet sich im historischen Zentrum Augsburgs im Mittelpunkt des gedachten Dreiecks aus Dom, der Basilika St. Ulrich und der Afrakirche. In fast allen zeitgeschichtlichen Epochen wurde das Kirchengebäude umgebaut, hierdurch entstand im Laufe der Zeit ein unmodernes Gesamtbild aus etlichen Stilrelikten, daß jedoch auch nicht mehr an die romanischen, gotischen oder ursprünglich frühbarocken Vorläuferbauten erinnerte. Veränderung, Zerstörung, Wiederaufbau ergaben den letztendlichen Entschluss das Gesamtkonzept der Moritzkirche zu überarbeiten.

Der Entwurf für die Neukonzeptionierung stammt von dem international renommierten Londoner Designer John Pawson, welcher basierend auf der langen Geschichte und Tradition des Kirchengebäudes ein einheitliches Konzept für den Kirchenraum und die Bedürfnisse der Zukunft schuf. In den Jahren 2010 bis 2013 wurde die Moritzkirche daher umfangreich saniert und präsentiert sich heute mit neuer Klarheit und modernem Stil.

Der ausschließlich in reinem weiß gehaltene Kirchenraum erschließt sich dem Besucher durch den kubisch perfekt zugeschnittenen Tiefenraum aus hohen Rundbögen, erleuchteten Rundkuppeln, dunklen Sitzbänken und barocken Bildwerken. Höhepunkt bildet der machtvoll auftretende Christus Salvator von Georg Petel, aus dem Jahr 1632.

Die geplante Sanierung und Neugestaltung sollte mit einer anmutigen Lichtwirkung unterstrichen werden, die sich harmonisch in das neu definierte historische Gebäude einbindet. Die Erschaffung eines reinen Lichtraums durch Einsatz moderner Technik und mildem Licht galt es umzusetzen.

Anhand von Modellen und digitalen 3D-Darstellungen wurden das Bauwerk und seine Details akribisch erfasst und analysiert. Die fein strukturierte Oberfläche des portugiesischen Kalksteins bot hierbei die optimale Grundlage für eine Lichtinszenierung der besonderen Art.

Durch die neue und größtenteils indirekte Beleuchtung werden nun einzelne Gebäudeteile flächendeckend ausgeleuchtet, akzentuiert oder nahezu plastisch modelliert und bieten dem Betrachter ein einmaliges kompositionelles Raumerlebnis. Alle Leuchten innerhalb der Kirche werden mit Hilfe von  architektonischen Details verborgen, einerseits um Blendung zu vermeiden, andererseits um den Eindruck einer möglichst natürlichen Beleuchtung mit einer weitestgehend unsichtbaren Lichtregie zu verstärken.

Der größte Teil der beeindruckenden Lichtinstallation wurde aufgrund der Lichtqualität und verfügbaren Vielfalt mit der Voutenleuchten BION TECHNOLOGIES tantulus umgesetzt und diese erfüllt hierbei die höchsten Ansprüche. Die gesamte Installation wurde in der SINGLE BIN-Option geliefert, was maximale Homogenität der Leuchten untereinander und Farb- temperaturtreue in Gesamtinstallation gewährleistet.

Neben den klassischen dimmbaren monochromen Leuchten tantulus eco und tantulus hp wurde in weiten Teilen, die, für dieses außergewöhnliche Projekt entwickelte, Leuchte tantulus hp dynW eingesetzt. Diese Leuchte erweitert die Leuchtenfamilie um farbtemperaturdynamische Anwendungen und ermöglich eine dynamisch stufenlose Farbtemperatur-anpassung von 3000 K bis 6500 K.

Alle tantulus Leuchten passen sich durch ihre hohe Flexibilität in der Bauform perfekt in den architektonischen Verlauf der Gewölbe und Rotunden ein. Das eindrucksvolle Ergebnis überzeugt durch seine schattenfreie Ausleuchtung sowie durch Homogenität und hohe Gleichmäßigkeit der Licht- reflexion auf allen Flächen.

Neben der Lichttechnik wurde intensiv, zusammen mit dem Bauherrn, an einem intuitiven Steuerungskonzept, um die Möglichkeiten der gesamten Lichtanlage maximal zu erschließen, gearbeitet. Das Ergebnis dieser tiefgehenden Zusammenarbeit sind 54 individualisierte Lichtszenarien, über die je nach Anlass, im Kirchenraum Stimmungen von imposant bis kontemplativ erzeugen.